Off-Topic: So lebt es sich ohne Smartphone

Heute schreibe ich über ein Thema, das nur ganz am Rande das Thema Triathlon tangiert: beim ersten Intervalltraining im Trainingslager hat es so stark geregnet, dass mein Smartphone einen Wasserschaden abbekommen hat. Seitdem ist es tot. Kein Mucks. Kein Leuchten.

Da ich von Freunden und Familie schon oft als smartphone-süchtig bezeichnet wurde, habe ich diesen Verlust als Chance gesehen, um einige Zeit ohne Smartphone zu verbringen.

Natürlich habe ich bereits ein neues Gerät bestellt. Doch als ich vom Trainingslager zurückkam, musste ich feststellen, dass dieses mit einem Software-Fehler geliefert wurde und daher verhandle ich nun mit dem Händler. Das heisst: ich bin immer noch ohne Handy und so langsam wird mir bewusst, wie sehr ich mich von diesem Gerät abhängig gemacht habe.

Da sind einerseits die kleinen Annehmlichkeiten, auf die ich momentan verzichte: beim Laufen oder auf dem Weg zur Arbeit Musik über Spotify hören, Emails unterwegs checken, Fotos aufnehmen und über diverse soziale Medien teilen. Darauf zu verzichten stellt erst mal kein Problem dar.

Seitdem ich allerdings aus dem Trainingslager zurück bin und nun wieder im (beruflichen) Alltag stecke, habe ich tatsächlich schon einige Situationen erlebt, die mir bewusst gemacht haben, wie sehr ich mein Leben rund um mein Handy organisiert habe. Und zwar:

Reisen mit dem Handy: Heute bin ich auf dem Weg nach Brüssel. Zur Abwechslung im Zug, da mein Flug kurzfristig storniert wurde. Sprich ich musste am Wochenende Zugtickets buchen. Normalerweise buche ich meine Tickets so, dass ich sie online in der Bahn-App abrufen kann. Ohne Smartphone und noch dazu ohne Drucker zu Hause, stellte ich mir gestern kurz etwas panisch die Frage, wie ich das online gebuchte Ticket im Zug zeigen könnte. Eine Lösung gab es dann natürlich: bei den Nachbar klingeln und sie bitten, das Ticket für mich auszudrucken.

Mobile Banking: Nächste Herausforderung ist eine Rechnung zu begleichen. Auch Überweisungen regle ich normalerweise mit Hilfe von mobilen Tans über mein Smartphone. Doch wenn dieses tot ist, können mir keine Tans zugeschickt werden. Also musste ich den Online Händler, der während meines Urlaubs eine Mahnung geschickt hatte, bitten mir noch ein paar Tage Zeit zu geben bis ich wieder Überweisungen tätigen kann.

Mobile Navigation: Weiter ging es mit den Vorbereitungen für meine Geschäftsreise nach Brüssel. Eigentlich plane ich Kurz-Trips gar nicht mehr. Ich buche einen Flug und ein Hotel im Vorfeld. Mehr nicht. Wie ich vom Flughafen zum Hotel komme, schaue ich mir vor Ort auf google maps an oder ich lasse mich von der Booking.com-App navigieren. Dieses Mal – da ich ja auch ohne Drucker bin und mir nicht mal eine Google Map ausdrucken konnte – habe ich mir den Weg vom Bahnhof zum Hotel vorher auf Google Maps angeschaut und versucht mir den Weg an Hand einiger markanter Punkte zu merken. Mal schauen, ob ich nachher im Hotel ankomme.

Always-Connected / Never Alone: Jetzt wo ich nicht mehr im Trainingslager bin, in dem permanente Interaktion mit den Vereinskollegen herrschte, ist das Leben ohne Smartphone gleichzeitig auch eine gute Übung um einfach mal wieder komplett mit mir selbst zu sein. Denn normalerweise ist das Handy für mich die permanente Verbindung zu Familie, Freunden, Geschäftskontakten etc. Dieses Gefühl nie allein zu sein oder sogar gebraucht zu werden, weil irgendjemand immer eine whatsapp Nachricht oder eine Email schreibt, eines meiner Updates auf facebook liked, einen tweet teilt oder eben anruft. Heute auf der Reise nach Brüssel war es zunächst seltsam, ohne Handy zu reisen. Ein bisschen ein Gefühl wie im Off zu sein. Gleichzeitig kommen mir die Menschen um mich herum, die permanent am Smartphone hängen, heute irgendwie gestresst vor. Ein gutes Gefühl, mal nicht zu den Smartphone Lemmingen zu gehören 🙂 Kein permanentes Aktualisieren der Emails, der twitter timeline, der facebook Timeline. Kurz war ich am Bahnhof in Köln versucht, die 15 Minuten Umsteigezeit zu nutzen um in ein Kaffee mit Wlan Zugang zu gehen und wenigstens ganz kurz mit meinem Laptop online zu sein. Doch dann habe ich darüber nachgedacht, welchen dringenden Anlass es dafür gerade gibt und mir fiel ehrlich gesagt nichts ein, das nicht bis heute abend im Hotel warten kann. Irgendwie beruhigend.

Randnotiz: den Blogpost habe ich im Zug von Köln nach Brüssel online gestellt. Hier gibt’s gratis WLAN an Board und natürlich habe ich mich darüber gefreut 🙂

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