Feuertaufe gemeistert

Geschafft! Gestern habe ich meinen ersten Triathlon absolviert. Seit Wochen – ja fast Monaten – habe ich darauf hingefiebert. Und es war wie ich es mir vorgestellt habe. Ein tolles Erlebnis, bei dem ich wie auch bei den vorherigen Trainingswettkämpfen in den Einzeldisziplinen unterschiedliche Phasen durchlaufen habe. Von purer Freude am Sport bis hin zu Kämpfen und auch ein bisschen Leiden. Das gehört wohl einfach zum Triathlon.

2016 Liga Backnang (17)_zugeschnitten
Auftakt mit Swim&Run

Nachdem ich am Vorabend noch etwas großspurig verkündet habe, dass ich ja eigentlich gar nicht nervös sei, habe ich dann doch eine sehr unruhige Nacht vor dem Wettkampf verbracht. Mit drei Baldrintabletten intus habe ich knapp 5 Stunden geschlafen – eigentlich definitiv zu wenig für mich. Etwas beruhigt hat mich dann als am nächsten Morgen die gestandenen Triathleten zugegeben haben, dass sie auch schlecht geschlafen haben und, dass das ganz normal sei.

Der Sprung ins kalte Wasser

Nun aber zum Wettkampf. Der City-Triathlon in Backnang bestand für uns Liga-Triathleten aus einem Swim&Bike (700m / 2km) und anschließendem Run&Bike durch die Stadt (20km/5km). Auf Grund der schlechten Wettervorhersage hatte ich Gepäck für eine Woche Urlaub dabei. Von Neoprenanzug über Triathlonanzug, Radhose, warme Trikots, Armlinge, Beinlinge, Winterjacke und Mütze war alles vertreten. Letzteres war dann auch direkt im Einsatz: kaum näherten wir uns dem Freibad, da fielen die ersten Schneeflocken und unter den Athleten verbreitete sich die Schreckensnachricht:“Neo-Verbot!“. Während die anderen sich mit erschreckten Blicken ansahen, war ich eigentlich ganz froh. Wie ich in dem Anzug 700 Meter schwimme, kann ich mir nämlich noch nicht wirklich vorstellen. Und ein erster Wassertest gab mir Sicherheit, dass die Temperatur in Ordnung ist. Somit erste Erleichterung.

Vor uns starteten die Herrenligen und mich hat die Wettkampfstimmung direkt gepackt. Beim Zuschauen verging die Zeit bis zum Start der Damenliga wie im Flug. Plötzlich war ich schon beim Aufwärmen rund ums Becken, warf noch schnell ein Gel ein, Winter-Kleidung aus, rein ins Wasser zum einschwimmen, zurück zum Beckenrand, der Wettkampfrichter fragt nach der Nummer, pfeifft und schon war ich mittendrin.

Wie ich mich bei einem Schwimmwettkampf verhalte, konnte ich bis dahin nicht einschätzen , da dies die einzige Dispziplin ist, in der ich im Vorfeld keinen Testwettkampf absolviert hatte. Aber es lief gut und ich fühlte mich erstaunlich souverän. Meine Vorschwimmerin hatte ich bereits auf der zweiten Bahn problemlos überholt und gegen Ende pirschte ich mich an eine weitere Schwimmerin heran. Kurz zögerte ich, ob es sich noch lohnte, auf der letzten Bahn zu überholen und sich nochmal zu verausgaben. Dann dachte ich aber, dass ich dadurch am Ausstieg nicht noch warten muss bis die Vorschwimmerin über die Leiter rausklettert. Also zog ich schnell vorbei ohne allzuviel Kraft zu verlieren.

Orientierungslos beim ersten Wechsel

Eine wirklich neue Erfahrung war der Weg in die Wechselzone. Der Umstieg von Horizontale im Schwimmen in die Vertikale beim Laufen gab mir erst Mal ein Gefühl der Orientierungslosigkeit. Die Schuhe hatte ich relativ schnell an, doch dann torkelte ich regelrecht Richtung Laufstrecke. Als ich ein paar Vereinskollegen hörte, die riefen „Alex, das sieht gut aus“ konnte ich mich irgendwie wieder zusammenreißen und versuchte bewusst wieder geradeaus zu laufen. Ab dem Moment war ich dann wieder richtig in der Vertikalen angekommen.

2016 Liga Backnang (180).JPG
ASC / NPU Wechselzone

Dass mir die 2 kurzen schnellen Kilometer nach dem Schwimmen keine Freude bereiten würden, wusste ich schon aus unserer Trainingssimulation. Als es beim Laufen dann etwas weh tat, habe ich mich auf die Tipps unseres Trainers besinnt „Immer lächeln“ und ich habe auch einfach mal kurz darüber nachgedacht, dass ich gerade eigentlich durch eine richtig schöne Landschaft am Fluß entlang laufe. Vielleicht sollte man für so etwas auf einem 2 Kilometer Sprint keine Zeit verschwenden – da bin ich mir nicht so sicher. Aber es hat mir irgendwie geholfen. Und so konnte ich den Swim&Run Part schließlich recht zufrieden im Mittelfeld abschließen (12:18 / 9:16).

Weiter auf dem Rad

Dann hieß es auslaufen, warme Dusche, Triathlon-Anzug fönen und sich auf den Start beim Bike&Run vorbereiten. Auch diese Zwischenzeit verging wie im Flug. Prompt fand ich mich wieder in einer Schlange von aufgeregten Triathletinnen (und ich gehörte sicherlich zu den aufgeregtesten), die darauf warteten Richtung Fahrrad losgeschickt zu werden. Der Start verlief in Ordnung, ich kam relativ zügig aufs Rad und in die Klickpedale. Auf dem 5 Kilometer langen Rundkurs mussten zwei Berge gemeistert werden. Und obwohl ich eigentlich Steigungen beim Radfahren liebe, taten mir diese recht kurzen Steigungen doch ziemlich weh. Auf Grund der Winschattenfreigabe suchte ich auf der Strecke immer wieder Anschluß, leider erfolglos. Entweder es waren Mädels vor mir, die mir zu langsam erschienen und, die ich am Berg überholte oder ich pirschte mich am Berg an Mädels ran, die mich dann aber bergrunter wieder abhingen (hier fahre ich gerade noch zu vorsichtig). Also bestritt ich das Rennen gegen den Wind alleine.

2016 Liga Backnang (180).JPG

Mein ganzer Stolz war dann der Wechsel vom Rad zum Laufen. Erst vor ein paar Tagen habe ich mit unserem Trainer zum ersten Mal den richtigen Wechsel geübt – also Radschuhe auf dem Rad ausziehen, ein paar Meter auf den Schuhen stehend fahren und dann elegant vom Rad schwingen. Und genauso hat es geklappt!

Das Lauffinale

Auch die ersten Laufmeter fühlten sich richtig super an. Doch dann merkte ich, dass die Beine nicht mehr ganz so wollen, wie ich es gerne hätte und ich hatte den Eindruck, dass ich mich recht lahm fortbewege. Ich überholte zwar ein paar Mädels, wurde aber auch von einigen überholt. So lief ich recht ruhig bis meine Vereinskollegin Daniela neben mich lief und sagte „Komm Alex, das Ding bringen wir heim“. Ungefähr einen Kilometer hat sie mich mitgezogen und während dessen bin ich wirklich Anschlag gelaufen. Dann merkte ich, dass ich nicht mithalten konnte, ließ Daniela von dannen ziehen und zog den letzten Kilometer noch alleine durch.

2016 Liga Backnang (169).JPG
Der Schein trügt – so locker fühlte es sich nicht an

Im Ziel kam ich dann trotz allem glücklich an und nach ausgiebiger Umarmung mit der Gazelle Daniela stellte sich dann einfach nur noch Freude ein, das „Ding“ gut geschafft zu haben. Nach dem Run&Bike Wettkampf (43:14 / 22:01) wurde ich dann 30. von 63 und mit unserer Mädels-Mannschaft ASC Konstanz / NPU Esslingen sind wir 8. von 17 geworden. Ein super Ergebnis für uns – so kann es weitergehen.

2016 Liga Backnang (180)
NPU / ASC Mädels Power

 

 

 

Advertisements

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Das hört sich ja nach einem ganz wunderbaren Triathlon an. Herzlichen Glückwunsch! Schöner Bericht und ich habe ihn sehr gern gelesen.

    So früh in die Saison zu starten, finde ich immer großartig. Dann wünsche ich dir und eurem Team eine tolle Tri-Saison!

    Gefällt mir

    1. arudl sagt:

      Danke dir! Am Sonntag geht es bei uns schon weiter. Wünsche dir auch eine tolle Swim|Bike|Run Saison!

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s