Faszination Swim|Bike|Run

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Vor zwei Wochen der Auftakt der baden-württembergischen Triathlon-Liga mit einem Sonderformat und gestern nun der zweite Liga-Wettkampf, der endlich ein „richtiger“ Triathlon war: Swim | Bike | Run.

Foto 08.05.16, 12 01 21.jpg
Mit den NPU-Athleten vor dem Liga-Start in Rheinfelden

Radfahren super, der Rest ausbaufähig

Meine Platzierung liegt erneut im Liga-Mittelfeld mit Platz 32 von 63. Eine kurze Zusammenfassung: Schwimmen im Neoprenanzug ist definitiv noch nicht mein Ding. Die 700 Meter im Rheinfeldener Freibad bin ich ungefähr genauso schnell geschwommen (12:06) wie vor zwei Wochen in Backnang ohne Neo. Und beim Wechsel habe ich eine halbe Minute verloren, als ich den Neo nicht über den Transponder gezogen bekam. Laut Trainer muss ich noch eine Beziehung zu meinem Neo aufbauen. Ok, ich werde mein bestes geben!

Das Radfahren war dieses Mal meine Paradedisziplin. Die bergigen 22 Kilometer habe ich in 43:19 absolviert. Wenn ich heute noch daran denke, habe ich ein rundum positives Gefühl: ich habe mich belastet, hatte gleichzeitig großen Spaß und bin für meine Verhältnisse auch die Berge relativ schnell runtergerauscht. Obwohl ich bislang dachte, dass meine Stärke vor allem das bergauf fahren sei, so habe ich überraschend viele Athletinnen auf der Ebene überholt, als ich einfach nur „gedrückt“ habe und gar nicht mehr darüber nachgedacht habe, ob das jetzt gerade anstrengend ist.

Und dann das Laufen. Na ja! Ich hatte mir im Vorfeld vorgenommen, dieses Mal mehr an meine Schmerzensgrenze zu gehen. Aber dieser Grad ist so schmal, dass ich es noch nicht richtig im Griff habe. Entweder gehe ich so sehr an meine Grenze, dass ich das Gefühl bekomme, nicht mehr die ganze Strecke zu schaffen oder ich erwische mich im Wohlfühltempo. Ein ständiges hin und her und die einzige Disziplin während der ich durchgängig das Ende der Belastung herbeisehne. Das kann natürlich auch daran liegen, dass es die letzte Disziplin ist. Aber definitiv ist es eine meine größten Baustellen für die nächsten Wochen.

Magische Triathlonmomente

Alles in allem ein großartiger Tag, bei dem einfach alles – nicht nur das Triathlonfieber 🙂 – gestimmt hat. Auf dem Rückweg haben wir dann darüber philosophiert, warum wir diesen Sport so genial finden. Eigentlich doch verrückt, oder? Wir reisen drei Stunden an, um uns knapp 1,5 Stunden wehzutun und fahren dann wieder zurück nach Hause.

In meinem Post-Triathlon-Enthusiasmus habe ich meine gestrigen magischen Eindrücke gesammelt, die vielleicht eine Antwort auf die Frage oben geben. Der ein oder andere erfahrene Triathlet wird bestimmt schmunzeln, aber die Rookies können es vielleicht nachvollziehen.

Magische Triathlon-Momente sind für mich:

  • Der Aufbau der Wechselzone. Eine Wissenschaft für sich. Das Material genau so aufbauen, dass man es anschließend genau in der Reihenfolge anziehen kann. Dann an Hand diverser markanter Stellen wie Lautsprecher, Zelt etc. genau einspeichern, wo die eigene Wechselzone liegt.
  • Das Gefühlsbad vor dem Start. Bei der Ankunft am Wettkampfort erst mal denken, dass man heute tausend andere Dinge lieber machen würde. Dann steigt permanent die Anspannung und die Zeit vergeht unglaublich schnell. Kaum ist die Wechselzone aufgebaut, haben wir Mädels kurz Zeit den Jungs beim Start zuzuschauen, dann steht warmlaufen auf dem Programm, ein Gel einwerfen, warmschwimmen. Hier habe ich die maximale Nervosität erreicht. Dann plötzlich am Becken stehen und auf einmal ganz ruhig mit 100%iger Konzentration auf den eigenen Start warten. In dem Moment wartet der ganze Körper einfach nur noch darauf endlich loslegen zu dürfen.
  • Der Schwimmausstieg in greifbarer Nähe. Nach dem Getummel im Wasser, überholen und überholt werden, Wassser schlucken und was sonst noch so während des Schwimmens passiert, einfach nur heilfroh sein, wenn die Leiter zum Ausstieg auftaucht und dabei die Gewissheit spüren, gleich wieder in der Vertikalen an der Luft ohne Gerangel zu sein.
  • Der Swim|Bike-Wechsel. Mich haben schon immer die Bilder vom Ausziehen der Bademütze und des Neos fasziniert. Neben dem Massenschwimmstart für mich irgendwie ein Symbol für Triathlon. Als ich nun am Sonntag selbst Richtung Fahrrad gerannt bin und dabei den Neo ausgezogen habe, freute ich mich darüber nun endlich selbst dieses Ritual durchzuführen und dabei musste ich kurz über mich selbst grinsen.
  • Erleichtert die eigene Wechselzone wiederfinden. Beim Wechseln so lange unsicher sein, ob man gerade in die richtige Reihe gerannt ist, bis man seine Schuhe erkennt und einfach nur glücklich ist, die eigene Wechselzone gefunden zu haben.
  • Und das ist ja klar: schließlich nach dem Kampf gegen sich selbst beim Laufen durch die Ziellinie zu sprinten und einfach nur happy sein, es geschafft zu haben – erst mal egal was die Zeit sagt.

Und bei euch? Was sind eure magischen Triathlon-Momente?

Wechselzone – Ruhe vor dem Start – Das Ziel!

Advertisements

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Es gibt immer diesen Moment, den ich unfassbar liebe. Beim Triathlon sogar drei Mal. Genau dann, wenn ich weiß, dass ich jede Disziplin fast geschafft habe. Dass ich etwas so wunderbares erneut oder zum Mal gepackt habe und es keinen Zweifel daran gibt, dass ich das Ziel erreichen werden. Gänsehaut pur.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s