Hilfe – mit dem Roth-Virus infiziert!

Es hat mich gepackt – das Challenge Roth Fieber. Das Gute daran? Ich bin nicht alleine damit. Dieses Wochenende waren rund 4.000 Athleten, 150.000 Zuschauer und eine ganze Region in einer Triathlon-Euphorie, die mir wie von einem anderen Planeten erschien.

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Sonnenaufgang über Roth beim Schwimmstart um 6:30

Für meine Leser, die nicht so tief im Triathlon Universum drinstecken: Die Challenge Marke ist das Langstrecken-Pendant zum Ironman. Letztendlich sind beides Markennamen für die Triathlon-Langdistanz, also 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen.

Was ich dort gemacht habe? Nein, ich bin nicht gestartet. Für mich ist dieses Jahr die Hälfte der oben genannten Distanz auf dem Plan und zwar bei meiner ersten Mitteldistanz Ende August in Malterdingen. Aber von einer Langdistanz geht eine besondere Faszination aus und das wollten Daniela und ich uns nicht entgehen lassen.

Erste Berührung mit der Challenge Family

Als topmotivierte Triathletinnen haben wir das natürlich am Vortag mit einer intensiven Koppel-Trainingseinheit (90 Bike – 16 Run) auf der Wettkampfstrecke kombiniert. Am Samstag früh Fahrräder aufs Auto gepackt und los ging es Richtung Roth. Dass wir ein besonderes Wochenende vor uns haben, wurde uns klar, als wir mit dem Auto am Rothsee entlang fuhren und uns die ersten durchgestylten Triathleten mit ihren Zeitmaschinenen entgegenkamen. Je näher wir dem Schwimmstart kamen, der am nächsten Morgen das Zentrum des Wettkampfs bilden sollte, desto mehr Triathleten wuselten um uns herum. Auf unserem Parkplatz am Sportplatz kamen direkt Einheimische auf uns zu, die sich augenscheinlich auch mit dem Triathlon-Virus angesteckt hatten. Wir bekamen Tipps fürs Zuschauen, fürs Abfahren der Radstrecke und wurden direkt motiviert, nächstes Jahr doch auch am Wettkampf teilzunehmen.

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Bis wir dann tatsächlich den Start der Radstrecke ausmachen konnten, verging einige Zeit in der wir wild in alle Richtungen fuhren. Immer wieder wurden wir von der oft beschworenen „Challenge Family“ – also anderen Triathleten – beraten und schließlich von einer Gruppe sogar direkt zum Start geleitet. Die „Challenge Family“ und „We are triathlon“ mögen Marketingsprüche sein. Aber so hat es sich tatsächlich angefühlt. In und um Roth kommt in diesen zwei Tagen eine Community zusammen, die die Leidenschaft für Triathlon teilt und, die sich dadurch verbunden fühlt. Und das waren unsere Begegnungen mit der Challenge Family:

Da war das australische Pärchen auf der Fahrradstrecke mit dem wir ganz spontan eine Radgruppe gebildet haben und das immer wieder auf uns gewartet hat, wenn wir uns verloren hatten. Die Standardfrage „Do you race tomorrow?“ mussten wir (noch) mit Nein beantworten.

Beim Abendessen das Triathlon-Pärchen aus Koblenz, mit dem ich schon Pläne für meine Anmeldung fürs nächste Jahr schmiedete und die uns nach und nach die Triathleten aus ihren umliegenden Vereinen vorstellten.

Beim Schwimmstart am Sonntag früh um 6:30 der Triathlet aus Hamburg mit dem wir gemeinsam gemutmast haben, welcher Profi im Neoprenanzug denn nun Jan Frodeno sei. Sobald wir diesen identifziert hatten, jubelten wir ihm gemeinsam zu als er – laut Moderator mit „abartiger Frequenz“ – an uns vorbeischwamm.

Dann Gerald, den Daniela bereits kannte und der mit einem Bein Teil einer Handicap-Staffel war. Auch hier direkt eine gemeinsame Verbindung – die Faszination für Triathlon- und nach nur fünf Minuten Gespräch Umarmung zum Abschied.

Weiter ging es Richtung Solarer Berg. Auch hier war das Eis mit den umstehenden Triathleten direkt gebrochen. Eine Frage: „Wann kommt Jan Frodeno?“ und schon startete ein Austausch über Wettkämpfe und Training bei dem herauskam, dass unser Gesprächspartner früher Profi-Athlet war. Schnell Karten austauschen und weiter Richtung Laufstrecke.

Die absolute Partystimmung herrschte dann kurz vor dem Finisher-Stadion in Roth. Von rechts kamen die Age-Grouper noch aus der Wechselzone – jeder mit einem anderen Laufstil und Gesichtsausdruck – von links die Profi-Athleten kurz vor ihrem Finish. Neben mir eine Frau um die 70 mit der wir im Takt der Musik alle Athleten anfeuerten und Laufstilanalyse machten. Als dann Jan Frodeno und Daniela Ryf an uns vorbeizogen und Richtung Ziel liefen – Gänsehaut-Feeling pur.

Bei der Challenge Roth starten – ein Traum für später

Durch die ganz besondere Atmosphäre in Roth konnte ich heute bei vielen Athleten mitleiden oder auch ihre Freude am Schwimmen, Radfahren, Laufen mitspüren:  Beim Schwimmstart hatte ich Gänsehaut bei der Vorstellung jetzt selbst im Wasser zu sein und solch einen ungewissen Tag vor mir zu haben. Ein Tag während dessen man nur auf sich selbst, seine körperliche und mentale Kraft gestellt ist und man noch nicht weiss, wie Körper und Geist diese Belastung mitmachen werden. An der Laufstrecke habe ich Athleten gesehen, die lächelnd an uns vorbeischwebten und ich wäre gerne direkt mitgelaufen. Dann aber auch Athleten, denen man ihre Schmerzen ansah und ich für mich zweifelte, ob ich das mal meinem Körper antun möchte.

Auf dem Heimweg haben Daniela und ich ausgiebig über die Langdistanz philosophiert. Ja, es reizt mich extrem und am liebsten hätte ich mich heute natürlich direkt für nächstes Jahr angemeldet. Allerdings bedeutet Triathlon für mich nicht nur ein Mal eine Langdistanz zu finishen, sondern es ist ein Lifestyle (den Spruch habe ich von unserem Trainer 🙂 ). Daher kann die Langdistanz noch warten. Denn es gibt momentan auch bei Sprint, olympische- und hoffentlich bald Mitteldistanz noch genug zu entdecken.

Dennoch: für Roth nächstes Jahr haben Daniela und ich uns schon verabredet. Dann werden wir am Vortag im Kanal schwimmen, denn dies sei laut einer unserer Triathlon-Bekannschaften zumindest am Vormittag noch möglich. Roth – we will be back!

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Fox sagt:

    I’ll be back, too. Mal sehen als was 😉

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    1. LoloRider1 sagt:

      Dann bis nächstes Jahr beim Bloggertreffen in Roth

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  2. LoloRider1 sagt:

    Auch ich werde nächstes Jahr wieder in Roth sein, allerdings habe ich mich in die Schlange gestellt und einen Startplatz für nächstes Jahr ergattert 😉

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    1. Top! Dann kann ich ja nächstes Jahr neben Fox noch weitere Blogger anfeuern 🙂

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  3. LoloRider1 sagt:

    darüber würde ich mich sehr freuen und wahrscheinlich brauche ich jede Unterstützung 😳

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