Der Heidelbergman – ein Wettkampf für richtige Männer?!

… das war eines der Zitate, das ich heute am Rande des Heidelbergman Heartbreak Triathlon aufschnappte. Und da dieser nach den vergangenen fünf Liga-Wettkämpfen endlich mal ein Rennen war, bei dem Frauen und Männer gemeinsam gestartet sind, habe ich noch ein paar weitere amüsante Anekdoten zum Gender-Thema im Triathlon. Gleich mal vorab. Ich habe mir schon öfter Gedanken dazu gemacht und wenn ich heute darüber schreibe, so sind das lediglich ein paar Beobachtungen, völlig ohne Wertung.

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Irgendwo in diesem Getümmel bin ich 🙂

You are just getting chicked

Ich gestehe: ich habe Spaß daran, beim Sport Männer zu überholen. Einfach, weil sie (Achtung: bestimmt nicht alle, aber eben viele) dann so schön geschockt drein schauen. Oder zwei Mal hinschauen um zu checken, ob das wirklich eine Frau ist, die sie gerade überholt. Der Klassiker ist auch, dass sie nochmal kräftig Gas geben und nach der nächsten Kurve nicht mehr können. Und ich betone nochmal: das gilt natürlich nicht für alle Männer.

Da ich allerdings die wenigsten unserer aktiven Männer im Verein überholen kann, ärgere ich sie einfach gerne mit frechen Sprüchen. So auch vor dem Heidelbergman, bei dem ich einem der Vereinskollegen im Vorfeld angekündigt hatte, dass er in Heidelberg „gechicked“ wird.

Egal ob für Männer oder Frauen – ein harter Wettkampf

Den besagten Vereinskollegen habe ich dann tatsächlich kurz erwischt. Bei der ersten langen Steigung der Radstrecke auf der es insgesamt über 1000 Höhenmeter zu überwinden galt. Ich hatte ihn  schon länger vor mir gesehen und mich bereits auf den Moment gefreut, in dem ich an ihm vorbeifuhr und ihm „You’re just getting chicked!“ zurief. Da er definitiv zu den coolen Männern gehört, hat er mir in dem Moment einfach nur zugelächelt und mir diesen Spruch auf der darauffolgenden Abfahrt zurückgezahlt, auf der er an mir vorbeigerast ist. Ein zweites Mal eingeholt habe ich ihn leider nicht.

Zusätzlich zu den vielen Höhenmeter, die es bergauf zu bezwingen gab, waren auch die Abfahrten eine Klasse für sich. Hier habe ich teilweise so viel an Geschwindigkeit gewonnen, dass ich doch Respekt bekommen habe und lieber ein Mal mehr gebremst habe. Denn zwischen den steilen Abhängen kamen auch immer wieder scharfe Kurven und diese richtig anzufahren, fand ich technisch sehr herausfordernd.

Ein paar weitere Highlights auf der Fahrradstrecke waren die männlichen Zuschauer, die den männlichen Athleten beim Anstieg zuriefen „Auf Jungs, oben warten die Mädels“ oder auch männliche Athleten, die neben mir fuhren und mir wohl ein bisschen Angst einjagen wollten. „Jetzt tut es gleich richtig weh“ (meine Reaktion: „Dann macht es doch erst richtig Spaß“) oder vor der zweiten Rad-Runde „Die zweite Runde ist immer anstrengender.“ Alles nicht böse gemeint und es hat mich durchaus zum schmunzeln gebracht.

Schwimmen im Neckar und Laufen auf dem Philosophenweg

Neben dem Radfahren war für mich das heutige Highlight das Schwimmen im Neckar. Ich hatte ja nach meinem ersten Freiwasserschwimmen im Schluchsee ziemlich Sorge, ob es wieder eine Prügelei beim Start geben wird. Aber dieses Mal verlief alles ruhig, es gab genügend Platz, die Strömung hat uns sanft den Neckar hinunter begleitet. Ich war immer wieder ein bisschen hin- und hergerissen zwischen dem Respekt davor, dass ich in diesem großen Binnengewässer schwimme und dem Genuß etwas zu machen, was nicht jeder erleben darf – angefeuert von den Zuschauern, die auf den Brücken standen.

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Neo anziehen mit Heidelberg-Panorama

Die Laufstrecke entlang des Philosophenwegs war schließlich wie erwartet der krönende Abschluß. Direkt ein steiler Anstieg, dann permanente leichte Steigung. Die ganze Zeit während des Anstiegs freute ich mich schon so sehr darauf, das alles wieder runter zu laufen. Doch dann stellte ich fest, dass runter laufen auch ziemlich weh tun kann. Das allerhärteste Stück war für mich heute allerdings der Zieleinlauf. Nachdem wir bergab gelaufen sind, führten uns die letzten 500 Meter noch einmal um die komplette Wechselzone und in dem Moment ging bei mir gar nichts mehr. Ich bekam Gänsehaut und habe mich irgendwie noch ins Ziel getragen. So fertig habe ich tatsächlich noch nie einen Wettkampf beendet.

Abschließendes Résumé: es war definitiv ein harter Wettkampf und ich hatte heute großen Spaß dabei. Im Vergleich zum Schluchsee vor zwei Wochen wurde mir nochmal bewusst, wie entscheidend die Tagesform ist. Während ich beim Schluchsee überhaupt nicht in den Wettkampf fand, die Beine auf dem Rad nicht so wollten wie ich, habe ich heute wieder die Leichtigkeit und den Spaß empfunden, der Triathlon so besonders macht.

Und das ist die Zusammenfassung meines Wettkampfs bei dem ich 3. in meiner Altersklasse wurde und 246. in der Gesamtwertung.

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Um auf das Thema „Ein Wettkampf für richtige Männer“ zurückzukommen. Ich frage mich, warum wir Frauen doch noch so unterrepräsentiert im Triathlon sind. Ich habe darauf noch keine Antwort gefunden. Heute sind in Heidelberg 548 Teilnehmer gestartet, darunter nur 71 Frauen. Liegt es daran, dass durchschnittlich so viel weniger Frauen als Männer den sportlichen Wettkampf und das „batteln“ mögen? Andererseits ist Triathlon ja so viel mehr. Training, Bewegung in der Natur… Was denkt ihr?

 

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Katharina sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Wettkampf und der Platzierung! Ich habe dich heute bei der Siegerehrung gesehen und mich gefreut, ein „bekanntes“ Gesicht zu sehen 😉
    Gute Erholung! 🙂

    Gefällt 1 Person

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