Der Liga-Auftakt von außen betrachtet…

…bietet definitiv auch einiges an Nervenkitzel. Natürlich wäre ich lieber dabei gewesen, aber mein verbrühter Fuß war leider noch nicht einsatzbereit. Der Arzt, den ich nach dem Trainingslager aufsuchte, antwortete auf mein Nachbohren, ob ich vielleicht doch noch beim Wettkampf in Backnang starten könnte „Es gibt wichtigere Dinge im Leben als Sport“. Da hat er natürlich Recht. Als ich aber beim gestrigen Liga-Wettkampf zuschaute und unsere Esslinger Teams anfeuerte, wurde mir mal wieder bewusst, wie viele Emotionen wir doch in diesen Sport investieren.

Aufregung vor dem Wettkampf

Die Ausgangslage war gestern wirklich nicht rosig für unsere Esslinger Teams. Die erste Herrenmanschaft war nach der letzten Saison in die erste Liga aufgestiegen. Das sorgte in den letzten Wochen schon für viel Gesprächsstoff – wie stark sind die anderen Teams und gibt es neue schnelle Männer in der Liga, die man noch nicht kennt? Leider ist dann unser stärkster Mann auf Grund einer Grippe ausgefallen und es zeichnete sich somit bereits letzte Woche ab, dass die Jungs nicht in Optimalbesetzung starten werden. Das gleiche bei der Mädels-Mannschaft: nachdem wir im letzten Jahr noch mit einer Startgemeinschaft in der Liga vertreten waren, wagen wir dieses Jahr mit recht knapper Besetzung eine eigene Mannschaft. Dass ich nun direkt ausfalle, war hier ebenfalls alles andere als ein gutes Vorzeichen. Und dann noch die nächste Hiobsbotschaft am Wettkampfmorgen: eine neue Mannschaftskollegin hat an ihrem Rennrad Scheibenbremsen und es ist nicht klar, ob sie überhaupt starten kann! Das kreative Team rund um unseren ersten Vorsitzenden fand dann noch eine Lösung: einer der Jungs übergibt nach seinem Wettkampf sein Rad an die Teamkollegin. Problem gelöst, aber das war schon mal viel Aufregung am frühen Morgen.

Was ich gestern definitiv nicht vermisst habe: die Nervosität vor dem Wettkampf. Denn ich erinnere mich genau an die unruhigen Nächten aus der letzten Saison vor jedem Triathlon und auch das mulmige Gefühl, wenn es Richtung Schwimmstart geht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass diese Nervosität bei mir besonders ausgeprägt ist. Gestern hatte ich aber mal die Muse, die anderen zu beobachten und ich habe gesehen, wie auch die erfahrensten Liga-Starter quer durch alle Mannschaften nervös durch die Gegend laufen. Und einer unserer Jungs berichtete, dass er schon die ganze Woche nicht richtig schlafen konnte auf Grund der Aussicht auf den Liga-Wettkampf. Fazit: Nervosität ist normal und diese zu managen ist letztendlich auch etwas, das man als Triathlet lernen muss.

Kleine Dramen während des Wettkampfs

Nachdem wir für unsere Teamkollegin mit Scheibenbremsen noch eine Lösung gefunden hatten, zeichnete sich leider während des ersten Teils des Wettkampfs (Swim & Run) ab, dass sie Knieschmerzen hat und nicht mehr beim zweiten Teil (Bike & Run) starten kann. Somit mussten alle drei Mädels durchs Ziel kommen, damit wir überhaupt in die Wertung kommen und nicht letzte werden. Und die Jungs aus der ersten Mannschaft standen etwas enttäuscht vor dem Bike & Run Part zusammen. Nur einer von ihnen hatte Aussicht, eine gute Radgruppe zu bekommen; die anderen waren nach dem ersten Part zu weit hinten in der Starterliste. Während des Bike & Run zeichnete sich dann ein spannender Kampf zwischen unseren zwei schnellsten Athleten des Tages ab, der erst beim Laufen entschieden wurde. Ein anderer Athlet musste das Laufen abbrechen, weil er Rückenschmerzen bekam. Und der vierte Zieleinläufer hatte die letzten Kilometer mit starkem Seitenstechen absolviert, so dass er nicht durchgängig laufen konnte. Also ein Wettkampf, der alles andere als geplant für unsere Jungs verlief.

Bei den Mädels sind zum Glück alle drei erfoglreich durch das Ziel gesprintet: Sabrina unsere schnelle Newcomerin hat Platz 11 belegt, Daniela wie gewohnt stark beim Laufen und auch auf dem Rad schnell unterwegs landete auf Platz 24 und Frauke hat ihren unerwarteten Liga-Wettkampf als mein Ersatz mit ersichtlich viel Freude und Kraft auf Platz 61 erfolgreich abgeschlossen, so dass wir mit den Mädels erst Mal auf Plat 12 von 17 in die Saison starten.

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Die Esslinger Mädels vor dem Start

Fazit auf der Heimfahrt

Auf der Heimfahrt haben mein Freund und ich mal wieder über das Thema Triathlon philosophiert. Eins ist klar – auch im Triathlon kann man nicht alles durchplanen. Und dann die Frage, warum wir eigentlich so viele Emotionen in diesen Sport legen: die Nervosität davor, der Frust, wenn es nicht so klappt, wie wir es uns wünschen, aber auch die Freude, wenn wir im Wettkampf genau das abrufen, was wir trainiert haben oder sogar über uns hinauswachsen. Eine eindeutige Antwort darauf haben wir mal wieder nicht gefunden, aber die Überzeugung, dass es schön ist, solch eine Leidenschaft zu haben und für etwas so richtig zu brennen.

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