Über den Spaß am Laufen

Meine doch recht sportliche Marathonvorbereitung ist in vollem Gange. Insgesamt 6 Wochen habe ich dafür. Los ging es im September eine Woche nach der Mitteldistanz am Bostalsee mit dem ersten langen Lauf. Heute ist Halbzeit, die ich beim Esslinger Schurwaldlauf absolviert habe – ein 10-Kilometer-Wettkampf mit einem Höhenprofil, das es in sich hat und einem darauffolgenden 10 Kilometer Grundlagenlauf.

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Das Nonplusultra Esslingen Team vor dem Start

Der lange Lauf

Ich war ja doch sehr gespannt darauf, wie sich so ein langer Lauf anfühlt. Wenn die Langdistanzler sich bislang darüber unterhielten, hörte es sich immer ein bisschen magisch an. Daher wachte ich vor dem ersten langen Lauf schon leicht nervös auf und war ganz heiß darauf, nun dieses magische Erlebnis am eigenen Leib zu erfahren. Und ja, es stimmt, es ist schon etwas besonders. Denn in diesen 3-3,5 Stunden erlebt man ganz unterschiedliche physische und emotionalen Momente. Das sind meine 4 Phasen des langen Laufs:

  • Frisch und voller Energie geht es los, mit ein bisschen Respekt vor der Strecke und der Zeit, die ich unterwegs sein werde.
  • Bereits nach der ersten Stunde fühlt es sich zum ersten Mal nicht mehr so gut an, denn ich merke, dass das ja trotz Grundlagentempo ein bisschen anstrengend ist und dass mindestens noch zwei Stunden vor mir liegen.
  • Danach kommt das Läuferhoch. Von 1:15-2:15 läuft es sich locker und die Zeit vergeht wie im Flug. Beim ersten Lauf dachte ich noch: „Kein Problem, das kann ich unendlich lang laufen“.
  • Doch dann meldet sich so ab 2:30 der Bewegungsapparat. Es fühlt sich schleppend an und vor allem beim ersten Lauf taten mir die Füße unheimlich weh. Hier stellt sich die Frage: wenn das Grundlagentempo solche Schmerzen bereiten kann, wie soll das im Wettkampf bei schnellerem Tempo gehen? Bislang unvorstellbar!

Grundsätzlich positiv fürs Langdistanz-Training stimmt mich allerdings, dass ein 3 Stunden Lauf so ganz und gar nicht langweilig ist (das hatte ich bis dato nämlich befürchtet). Denn diese abwechslungsreichen Phasen des Laufes sorgen für ausreichend Ablenkung.

Die Marathon-Selbsthilfegruppe

Am Freitag abend saßen wir beim Triathlon-Stammtisch mit zwei weiteren Herbsmarathonis zusammen und ich stellte erleichtert fest, dass wir mit ählichen Herausforderungen kämpfen. Erstens: das Gefühl viel zu wenig zu trainieren. Die Gesamttrainingszeit über die Woche hinweg ist geringer als während des Triathlontrainings. Das ist unter anderem der Tatsache geschuldet, dass das Laufen für den Bewegungsapparat belastender ist und dadurch die gleichen Umfänge gar nicht möglich sind. Zudem waren wir uns einig, dass sich das Laufen in einer trainingsintensiven Laufwoche manchmal so richtig besch…eiden anfühlt. So kann selbst ein einstündiger Grundlagenlauf zur Qual werden. Alles fühlte sich schwer an und das Laufgefühl ist teilweise einfach nur mies.

Beruhigend also, dass sich die anderen Marathonis mit ähnlichen Erfahrungen rumschlagen. Als wir uns darüber lustig machten, stellte unser Trainer fest, dass diese ad hoc gegründete „Marathon-Selbshilfegruppe“ im November wohl übergangslos in eine Langdistanz-Selbsthilfegruppe mit ählichen Zweifeln übergehen werde. 🙂

Alles durchgepustet beim Schurwaldlauf

Umso besser, dass sich in den letzten Tagen auch mal wieder die Leichtigkeit eingestellt hat. Denn letzte Woche war Entlastungswoche. Weniger Trainingszeit, zwei Ruhetage und plötzlich kam sie zurück – die Spritzigkeit. Ich wusste gar nicht mehr, wie sie sich anfühlt. Beim heutigen 10 Kilometer Lauf auf dem Schurwald konnte ich mich dann auch wieder ausbelasten. Wie ihr ja wisst, wenn’s beim Laufen anstrengend wird, kommt bei mir das sogenannte „Belastungsstöhnen“. Da ich beim Start heute etwas überzockt habe, kam dieses bereits nach den ersten 800 Metern, so dass der Läufer neben mir fragte, ob alles ok sei und ob ich sicher sei, dass ich das schaffen werde. JA! sagte ich mit Überzeugung und blieb ihm für die restlichen 9 Kilometer an den Fersen, auf denen er dann meinen Lärmpegel ertragen musste. Sorry dafür!

Macht Laufen nun Spaß? Hättet ihr mich das während der 44:50, die ich heute unterwegs war, gefragt –  ich hätte überzeugt „nein“ gesagt. Doch gerade überraschte ich mich selbst, als ich sagte, dass das heute doch mal wieder richtig Spaß gemacht hat. Logisch klingt das nicht 🙂

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