Erleichterung pur!

Freude und Erleichterung sind ja die typischen Gefühle auf der Finish-Line. So erleichtert wie am Sonntag beim Teamwettkampf in Forst war ich allerdings wirklich sehr selten. Zum Hintergrund für diejenigen, die das Team-Format nicht kennen: einmal in der Liga-Saison wird aus uns Triathlon-Einzelkämpfern ein Team. Dann heisst es, vier Athletinnen schwimmen zusammen, fahren zusammen Rad und mindestens drei laufen zusammen, denn die 3. Athletin im Ziel wird gewertet und ist somit entscheidend für die Wertung.

zieleinlauf
Der Zieleinlauf – sieht man mir die Erleichterung an? 🙂

Obwohl ich gerade in der Vorbereitung auf meine erste Langdistanz bin, so hat mich dieser kurze Teamwettkampf (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Rad, 5 Kilometer Laufen) in den letzten Wochen um einiges nervöser gemacht als die Langdistanz, die sich ja auch in rasenden Schritten nähert. Das liegt wohl daran, dass ich in unserer Startgemeinschaft mit Tria Echterdingen in allen 3 Disziplinen zwar im ähnlichen Leistungsraum wie meine Teamkolleginnen bin, aber doch in den vergangenen Wettkämpfen hin und wieder einen Tick langsamer war und daher wusste, dass es richtig anstrengend wird. Es ist immer wieder faszinierend, wie die Gedanken im Vorfeld um Dinge kreisen, die nicht klappen könnten: werde ich beim ersten See-Schwimmen in der Saison Panik bekommen, kann ich genauso schnell wechseln wie meine Teamkolleginnen, komme ich auf dem Rad mit, wo ich trotz einer guter Radform schon die Erfahrung gemacht habe, dass es in einer Gruppe auch mal richtig hart werden kann. Und wie wird meine Laufperformance sein? Diese ist immer wieder eine Überraschungstüte. Mal kann ich im Training richtig schnell flitzen und mal wollen die Beine im Wettkampf nicht so recht wie ich mir das vorstelle. Leider ändern daran auch Artikel über Mentaltraining nichts oder das Wissen darum, dass diese Gedanken kontraproduktiv sind und man/frau doch eigentlich mit positiven Bildern arbeiten sollte.

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Vor dem Start (C) Verena Scholl

Und natürlich ist es auch ungewohnt für uns Einzelkämpfer sich in einem Team zusammenzuraufen. Hin und wieder hat mich dieser Prozess an das 4-Phasen Modell von Tuckmann erinnert: Forming – Storming – Norming – Performing.

Am Sonntag in Forst waren wir als Team in der Performing-Phase angekommen. Um es vorwegzunehmen: es lief einfach komplett rund und wir haben eine tolle Teamleistung hingelegt. Und was auch selten im Triathlon passiert: es lief wirklich alles nach Plan. Wir sind als Team komplett gemeinsam durch den See geschwommen, vor mir Sabrina, die sich perfekt meiner Geschwindigkeit angepasst hat, neben mir Corinna, was mir auch noch zusätzliche Sicherheit gab. Ich bin wohl noch nie so eine Ideallinie durch einen See geschwommen. Bereits nach der ersten Boje haben wir mehrere Teams überholt. Den ersten Wechsel habe ich dann in einem ungewöhnlich schnellen Tempo absolviert – das war anstrengend, aber es funktionierte. Was für ein Glücksgefühl schnell aus dem Neo zu kommen! Auf dem Rad haben wir uns dann zunächst einen heißen Kampf mit dem Team aus Heuchelberg und Tübingen geliefert, bis wir gemerkt haben, dass es nichts bringt, immer wieder zu überholen und dann wieder überholt zu werden. Da gehen einfach nur unnötig Körner verloren.  Anne rief uns irgendwann zu „Das bringt nichts!“ Also ging Sabrina nach vorne, machte für uns die Arbeit auf dem Rad und wir anderen schonten uns, um dann beim Laufen anzugreifen. Auch dieser Plan ging auf: auf der ersten von vier Runden haben wir direkt einige Teams überholt. Anne hat mich immer mal wieder von hinten geschoben, so dass wir in 19:28 Minuten die 4,6 Kilometer lange Laufstrecke absolvierten. Total happy waren wir im Ziel und hatten direkt das Gefühl, dass das heute eine gute Platzierung sein könnte. Schließlich dann der Blick auf die Ergebnisliste: 3. Platz!

podium
(C) Verena Scholl

Ab jetzt heisst es wieder: Fokus auf Langdistanz-Training! Mal sehen, ob Roth mich noch nervös machen kann 🙂

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