Saison (?) 2020

War das nun eine Triathlon-Saison im Jahr 2020?

Es ist Oktober und ich befinde mich seit einigen Tagen in der berühmten Off-Season, in der wir Triathleten (normalerweise) müde von einer ereignisreichen Saison sind. Dazu gehört für uns (ebenfalls normalerweise) das Trainingslager im Frühjahr, kurze und längere Wettkämpfe im Sommer und irgendwann dann eine gewisse Müdigkeit, so dass wir im Oktober das Gefühl haben, jetzt mal eine kleine Pause zu brauchen. Und in diesem Jahr?

Das geplante Trainingslager in der Nähe von Girona mit unserem Triathlon Verein Nonplusultra Esslingen – ausgefallen. Ironman Klagenfurt – erst verlegt, dann abgesagt. Diverse gemeldete Sprint Triathlons, Mitteldistanz, 10 Kilometer Läufe – abgesagt.

Und dennoch: ja es war eine Saison 2020.

Trainingslager – aus eins mach zwei

Nicht nur ein Trainingslager sondern zwei Trainingslager gab es im Jahr 2020 für mich. Nachdem Girona in den Osterferien flach fiel, haben mein Freund und ich die zwei Osterwochen für ein Grundlagen-Trainingslager genutzt. Wir hatten Glück – die Sonne schien non stop, die Temperaturen waren sogar wärmer als im letzten Jahr in Südfrankreich. Wir haben neue Radstrecken in alle Richtungen rund um unser zu Hause erkundet und unser Garten, von welchem wir einen Blick auf all die Corona-Spaziergänger und (E-Bike) Radler hatten, wurde zum Ersatz für den „Sehen und Gesehen-Werden-Pool“ im Trainingslager:

Für Juli hatten wir bereits vor langer Zeit unseren Urlaub im Valsugana Tal in Norditalien gebucht und während wir im April noch vermutetet hatten, dass wir den Urlaub absagen werden müssen, waren die Corona Zahlen zu dem Zeitpunkt überschaubar und wir reisten mit zwei unserer jungen Athleten in den Süden für das zweite Trainingslager der Saison. Dieses Mal ging es viel bergauf und bergab bspw. auf dem berühmten Kaiserjägerweg, es standen einige Pässe auf dem Programm, genauso wie Intervalle und kleine Wettkamfpsimulationen – all das, was in der Gruppe Spaß macht und so, dass wir angenehm erschöpft nach zwei Wochen wieder nach Hause reisen durften.

Ironman Klagenfurt

Saisonhighlight sollte dieses Jahr der Ironman Klagenfurt werden. Nach dem DNF auf Grund von Magenkrämpfen in Frankfurt im letzten Jahr hatte ich mich den Winter über intensiv mit dem Thema Wettkampfernährung beschäftigt. Durch einen Test kam heraus, dass ich eine Fruktoseunverträglichkeit habe und dies wohl der Auslöser für die Magenkrämpfe in Frankfurt war. Mit neuem Wissen und neuer Verpflegungsstrategie ging ich also hochmotivert durch den Winter. Bald jedoch war klar, dass der Ironman Klagenfurt nicht im Juli stattfinden würde. Als die Verlegung auf September verkündet wurde, überlegte ich keine Sekunde, ob ich nicht doch die Möglichkeit annehmen möchte, direkt auf das Jahr 2021 zu verschieben. Das Training veränderte sich durch die Verlegung natürlich dennoch – noch keine Ironman-spezifischen Koppeleinheiten im Mai, erst nach und nach der ein oder andere lange Lauf. Im Trainingslager im Juli wurde es schon spezifischer, gleichzeitig war da aber immer die latente Unsicherheit, dass der September-Termin auch nicht klappen würde. Und so brodelte ab Ende Juli bereits die Gerüchteküche, dass der Ironman Klagenfurt abgesagt werden sollte. Damit am Ende nicht 0 Wettkämpfe in der Saison 2020 stehen, habe ich mich zu der Zeit bereits für das 4-Tage Mountainbike Rennen Rothaus Giro Mitte August und für mehrere kleine Wettkämpfe im September angemeldet. Das stellte sich dann als richtige Vorahnung heraus – gegen Anfang August kam die Absage aus Klagenfurt und ich hatte keine Zeit zu lamentieren, sondern feilte nochmal intensiv an meinen Mountainbike Skills.

Spätsommer- und Herbst-Action

Im sportlichen Part unserer Beziehung pflegen mein Freund und ich seit einigen Jahren die Tradition, im Herbst nach den Triathlon-Wettkämpfen nochmal kleinere regionale Wettkämpfe zu absolvieren oder Neues auszuprobieren wie X-Terra Rennen oder Mountainbike-Rennen. Diese sogenannte Herbst-Action wurde in diesem Jahr zur Haupt-Triathlon Saison und wir haben so gut wie alles mitgenommen, was noch irgendwie möglich war:

Zunächst das oben erwähnte 4 Tage Mountainbike Rennen Hochschwarzwald Rothaus Giro, bei dem wir schon zum zweiten Mal an der Startlinie standen und ich somit schon wusste, was für ein Abenteuer mich auf den technisch anspruchsvollen Etappen erwarten würde. Highlight in diesem Jahr war die nicht funktionierende Bremse 15 Minuten vor dem Start der 3. Etappe, so dass ich erst 15 Minuten später losfahren konnte und das Feld von hinten einsammeln musste. Am gleichen Tag dann noch eine umgesteckte Streckenführung, die im Nirgendwo endete. Hier schien jemand vor Ort kein großer Fan der Mountainbike-Kultur zu sein. Dank der Kulanz von Rik Sauser und seinem Team wurde der Gruppe, die sich mit mir verfahren hatte, die Zeit netterweise wieder gut geschrieben. Der ein oder andere Sturz war natürlich auch dabei, aber das lässt sich in den vier Tagen (zumindest für mich) schwer vermeiden. Am Ende happy über Platz 3 in meiner Kategorie!

Dann der Sprint Triathlon in Sindelfingen: wer hätte gedacht, was für ein besonderes Event ein kurzer Sprint Triathlon darstellen kann. Der einzige Triathlon für mich im Jahr 2020. Natürlich unter besonderen Bedingungen: 30 Sekunden Startabstand, keine Siegerehrung, kein Zusammenkommen nach dem Wettkampf. Ganz egal, ich war rundum zufrieden mit meiner Leistung und dem 5. Gesamtplatz, was mir zeigte, dass ich mich auch in diesem Triathlon-Jahr noch ein kleines Stück weiterentwickeln konnte.

Schließlich der Cross Duathlon Kraichgauman: als Titelverteidigerin ging ich an den Start, wusste aber, dass dieses Jahr nach ganz vorne nicht der Hauch einer Chance bestehen würde. Profi Triathletin Laura Zimmermann gewann mit über 9 Minuten Abstand. Nichtsdestotrotz: in einem gut besetzten Starterinnen-Feld belegte ich den 2. Gesamtplatz und konnte mich auf den 7 + 3,5 Laufkilometern um knapp 3 Minuten zum Vorjahr verbessern. Läuft! 🙂

Fazit:

Es war eine kurze Saison und es waren weniger Wettkämpfe als in den vergangenen Jahren. Aber es war eine Saison und ich bin froh, dass ich alles mitgenommen habe, was im Corona Jahr 2020 möglich war.

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